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Frühling der Innovationen in der DÖ

Innovationen für die Sinne

Ab  28. April in der Dörpfeldstraße
Die Coronapandemie und der stetig wachsende Online-Handel erfordern auch ein Umdenken im stationären Einzelhandel. Viele Konzepte, die es den Kund*innen ermöglichen, den Händler*innen vor Ort, die Treue zu halten, wurden und werden ausprobiert. Ob Meet & Collect, Corona-Schnell-Tests, verabredete Einkaufszeiten oder Window-Shopping – die Händler*innen rund um die Dörpfeldstraße geben nicht auf. Schon im vergangenen Jahr haben sie bewiesen, dass sie gegenüber Innovationen zum Nutzen ihrer Kund*innen besonders in „harten Zeiten“ sehr aufgeschlossen sind.
Deshalb haben u. a. 40 Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) kreative Ideen und neue, technische Anwendungen für den Einsatz in Ladengeschäften rund um die Dörpfeldstraße entwickelt. Ab 28. April werden zunächst im Ladengeschäft Sounds & Vision Line, ab 5. Mai bei Hörakustik Lehmann und ab 12.Mai in der Adler Apotheke Adlershof innovative Projekte für die Sinne zum Testen ausgestellt.

Die Studienarbeiten entstanden im Rahmen des Projektes EdgeCity – einem Forschungsprojekt der HTW, der Beuth Hochschule sowie mehreren Praxispartnern. Gefördert wird es vom IFAF – Institut für angewandte Forschung Berlin. Praxis- und Kooperationspartner ist seit 2020 u.a. das Aktive Zentrum Dörpfeldstraße. „Ziel des Projekts ist es, die technologischen Voraussetzungen zur großflächigen Personenstrom- und Umweltdatenerfassung im städtischen Raum in Form von kostengünstigen, energieautarken Geräten zu schaffen“; so Projektleiterin Professor Dr. Olga Willner. Die Aufgabenstellung beinhaltet die prototypische Umsetzung von IoT-Lösungen (Internet der Dinge), die unter Realbedingungen im Bezirk Treptow-Köpenick erprobt werden.
Die Teams kreierten für die Erprobung in der Praxis Geräte, die u.a. Lautstärkemessungen vornehmen, Staub und Umwelteinflüsse registrieren, je nach Wetterlage Medikamente empfehlen, Personenströme sowie den Abstand zwischen Menschen messen oder während der Desinfektion der Hände Zusatzinformationen vermitteln. Das Ergebnis ist die Folge der Verarbeitung der „frisch“ gewonnene Daten im Geschäft. Bekannt ist es unter dem Begriff Edge Computing. Evelyn Cimander, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt, sorgt für die Umsetzung und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Bürger*innen, Gewerbetreibende sowie die Verwaltung erhalten die Ergebnisse der Messungen in Form von Open Data zur Verfügung gestellt. Natürlich wird das Thema Datenschutz bei der Umsetzung ganz großgeschrieben. Wer Lust hat, selbst die Geräte nachzubauen, kann das anhand der studentischen Anleitungen ausprobieren.
Im Mai 2021 werden die Standorte und die einzelnen Messgeräte sowie ihr Nutzen für die Gewerbetreibenden und ihre Kund*innen im Detail vorgestellt. Ausprobieren kann dann Jede*r persönlich die Prototypen.

Mehr Informationen:
https://edgecity.htw-berlin.de/

Hörakustik Kornelia Lehmann | Dörpfeldstraße 36

Richtig Hören will gelernt sein

Ab 30. April können die Anwohner*innen die Arbeiten der Studierenden des Fachbereiches Wirtschaftsinformatik in den Schaufenstern von Hörakustik Lehmann betrachten.

Geht das nicht leiser?
Amelie Luecke, Max Grundmann, Sophie Strubberg, Anna Wieberneit, Masterstudentinnen und -studenten des Fachbereichs Wirtschaftsinformatik, haben mit dem Titel „Geht das nicht leiser?“ Lautstärkeanzeiger für den Arbeitsplatz entwickelt.Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen ist oft nicht bewusst, wie laut es wirklich in ihrer Umgebung – an ihrem Arbeitsplatz – ist. Die Studierenden wollen mit der Entwicklung ihres Messgerätes die Menschen sensibilisieren und den Einfluss, den Lärm verursacht, darstellen. Ihr Ziel ist es, Geräuschpegel am Arbeitsplatz zum Wohlbefinden der Mitarbeitenden und Produktivität zu visualisieren.
Denn je nach Lautstärke wird die Konzentration beeinflusst – steigt der Lärm auf über 60 Dezibel, schüttet der Körper zusätzliche Stresshormone aus. Die Arbeitsplatzverordnung schreibt vor, dass z. B. an einem Büroarbeitsplatz die Geräuschkulisse nicht stärker als 55 Dezibel sein darf.
Nicht nur an Arbeitsplätzen ist der Einsatz des Gerätes sinnvoll. In Diskotheken, Schulen, Kindergärten usw. kann durch die Umwandlung des Lärms in Farben ein durchaus interessantes Wandbild entstehen.

Ausprobieren können das Adlershofer*innen bei Hörakustik Kornelia Lehmann in der Dörpfeldstraße 36 während der Öffnungszeiten. Auf einem Poster werden das Ziel des Projektes sowie die Anwendung illustriert. Auf dem ausgestellten Gerät wird die Lautstärke mittels LED-Streifen angezeigt. Der Nutzende kann dann sehen, ob sich das Lärmmaß noch im Bereich des „Normalen“ befindet.

Der Datenschutz wird bei allen vorgestellten Projekten stets mitberücksichtigt. Auch hier dürfen die Bastler*innen sich wieder ausprobieren. Pläne für den Nachbau stehen zur Verfügung.
Präsentiert wird das Projekt dort, wo es ums Hören geht. Kornelia Lehmann, Inhaberin des Geschäftes Hörakustik Lehmann, war von den Experimenten der Studierenden sofort begeistert und hat ihr Ladengeschäft in der Dörpfeldstraße als Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt.

www.edgecity.htw-berlin.de

Lärmbestimmungsgerät | IoT für die Sinne

Ab 30.April im Schaufenster des Ladengeschäftes Hörakustik Lehmann

Auch Sarah Krause, Kevin Levent, Julian Arica, Kaya Leonie Löher und Tristan Frank Wachtel haben sich mit der Umgebungslautstärke auseinandergesetzt und nutzen den IoT-Octopus zur Anzeige der Belastung durch Lärm, indem Sie die Dezibelbereiche nach dem Schema einer Verkehrsampel eingeteilt haben. Der IoT-Octopus ist ein Entwickler*innenboard, dass gerade für Einsteiger*innen im Bereich Sensorik und Internet der Dinge gut zum Nachbauen geeignet ist, da es durch seine Simplizität auch für das Basteln mit Schulkindern entwickelt wurde. Da bei diesem Prototyp der Fokus auf dem Nachbauen liegt, können interessierte Kund*innen QR-Codes scannen und gelangen so zu einem online Dashboard, welches weitere Informationen zum Umgebungslärm gibt. Außerdem erhalten sie dort die online verfügbare Bauanleitung. Um bereits im Geschäft genau zu sehen, welche Technik genutzt wurde, ist dieser Prototyp frei sichtbar.

Wer Lust und Geschick hat, kann sich also den Bauplan ansehen und ein eigenes „Lärmbestimmungsgerät“ bauen.

Sounds & Vision Line | Dörpfeldstraße 38 | 12489 Berlin

Musik der tanzenden Lichter

Ab 28. April wird das Geschäft Sounds & Vision Line zum Ausstellungsort für innovative Projekte von Studierenden des Fachbereiches Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW).
Feel the beat. Show your colors.
Die Studentinnen Thi Ha Luong, Tülin Akin, Sahra Alkhodor und Gjylijete Gashi würden gerne mal wieder tanzen gehen oder ein Festival besuchen. Kulturelle Veranstaltungen und Treffen in den Clubs waren aufgrund der Pandemie im letzten Jahr nicht möglich. Um zu Hause eine partytaugliche Atmosphäre zu schaffen, haben sie ihre Idee, Musik mittels LED-Streifen zu visualisieren, umgesetzt. Die Studentinnen sagen selbst, dass sie „…mal auf eine andere Art und Weise die Musik erleben wollten“. Das von ihnen entwickelte Gerät kann flexibel montiert werden, beispielsweise hinter einem Fernseher. Der LED-Streifen lässt sich über einen Knopf in acht unterschiedliche Leuchtmodi schalten und ist daher für jeden Geschmack individuell anpassbar. Die aufgenommenen Musiktöne werden in unterschiedlichen Farben auf dem LED-Streifen dargestellt. Die Studentinnen lieben nicht nur Musik, sondern verbinden ihre Arbeit auch mit einer politischen Botschaft: „Feel the beat, Show your colors“ stehen für Multikulturalität, Akzeptanz, Antirassismus und Diskriminierung. 

Die Sound-Erkennung – SoundSec Optimizer

Alexander Laaser, Robert Krug, Paul Wende und Frederik Obermaier haben den SoundSec Optimizer – eine Sound-Erkennung zur Lautsprecherkonfiguration entwickelt. Mit einem Soundsensor werden Daten erfasst, um im nächsten Schritt bewertet und visualisiert zu werden. Bei der Nutzung einer Powerbank kann diese Datenerfassung auch mobil erfolgen, da das Gerät mit ca. 15 cm sehr kompakt gestaltet wurde. In den Farben einer Verkehrsampel werden Geräusche sichtbar gemacht. Die erhobenen Daten werden, um sie auch über ein Smartphone auszulesen, mittels mobiler oder lokaler Internetverbindung an eine Datenbank verschickt.
Durch Scannen eines QR-Codes können die aufgearbeiteten Echtzeitdaten auf dem Dashboard dargestellt werden. Geschäftsinhaber*innen können z. B. mit diesem Gerät rund um die Uhr prüfen, wie hoch die Geräuschbelastung in ihrem Ladengeschäft ist. Eine Idee der Studierenden ist noch „in Arbeit“, das Gerät zukünftig als Einbruchssicherung zu nutzen. Das Internet der Dinge – kurz IoT – macht dies möglich: Das Internet of Things ist ein Sammelbegriff für Technologien einer globalen Infrastruktur der Informationsgesellschaft, die es ermöglicht physische und virtuelle Gegenstände miteinander zu vernetzen und sie durch Informations- und Kommunikationstechniken zusammenarbeiten zu lassen.

Die KI des Vogelgesangs

Lautstärke messen und visualisieren ist heute schon möglich. Geräusche so zu filtern und zu identifizieren, das erkennbar ist, um was für ein Geräusch und/oder eine Geräuschquelle es sich handelt, das befindet sich noch in der Entwicklung. Die Studierenden Lucas Larisch, Felix Frömel und Max Kühn haben sich an das noch sehr junge Thema TinyML, also dem maschinellen Lernen auf Kleinstgeräten, gewagt. Entstanden ist ein mobiles Gerät zur Vogelstimmenerkennung. „Gehirn, Ohren und Mund“ des Gerätes nehmen dauerhaft alle Geräusche in der Umgebung wahr. Die künstliche Intelligenz (KI) auf dem Board verarbeitet das Aufgenommene, indem es die Geräusche klassifiziert. Große Datenmengen und unterschiedliche Beispiele von Vogelstimmen wurden genutzt, um das „Gehirn“ zu füttern. Der Prototyp kann derzeit den Gesang von Haus-spatzen, Amseln, Kohlmeisen und Weidenlaubsängern erkennen. Interessierte, die sich mittels Smartphones mit dem Gerät verbinden, erhalten auf ihrem Display angezeigt, um welches Geräusch es sich handelt.
Da im Geschäft von Jörg Benicke keiner dieser vier Vogelarten nistet, Kund*innen aber dennoch die Möglichkeit zum Ausprobieren haben sollen, übernimmt eine von Sound & Vision Line bereitgestelltes Soundsystem das Vogelgezwitscher.